• Heike & Lulu

"Sitz! Platz! Bleib!"..... und weg

Aus dem Leben als Hundemama


Seit circa 1,5 Jahren probiere ich aus meiner wilden Hummel Lulu eine wohlerzogene Labbi-Dame zu machen, die man auch mal ohne Leine auf die Menschheit und Natur los lassen kann. Wobei "Sitz! Platz! Bleib!" nicht unser Problem ist.

Lulu beherrscht alle Grundkommandos und geht super an der Leine. Sie orientiert sich gut an mir und hat Freude mit mir zu arbeiten. Das habe ich sogar schriftlich im Wesenstest.

Also eigentlich klappt alles schon sehr gut.... wenn da nicht diese Aussetzer wären.

Ihre Hunde-Omi nennt das liebevoll "Lulus Freigeist". Ich nenne es Jagdtrieb, der mich schon in so manche unschöne Situation gebracht hat.

Leider habe ich diesen zu spät als solchen erkannt. Man verzeihe mir, da Lulu mein erster Hund ist. Und wie mein Dummy-Trainer sagt, der erste Hund ist dazu da, um Fehler zu machen.

Lulu war schon als Welpe nachts im Park vor unserer Haustür ab und davon. Da stand ich alleine in der Dunkelheit, Angst um meinen Hund, da sah ich in der Ferne einen Hasen aus der Richtung kommen, in die mein Hund abgehauen ist. Da hatte ich Angst um den Hasen und nicht mehr um meinen Welpen.

So fing alles an. Mit den Hasen in unserer direkten Nachbarschaft.


Aber Gott sei Dank war sie immer zu langsam, wenn wirklich mal ein Tier vor ihrer Nase war, was sehr, sehr selten vorkam. Meine Korrekturen diesbezüglich schienen mal besser, mal schlechter zu wirken. Leine oder Schleppleine waren die Folge.

Und zum Umlenken des Triebs fingen wir mit dem Dummytraining an. Darauf hat Lulu auch richtig Lust. Aber auch hier hatten wir anfänglich Probleme und sie ging dem Jagen nach, anstatt mir den Dummy zu bringen.

So war das Dummytraining lange vorbei und meine Mitstreiter schon nach Hause gegangen, da stand ich immer noch im Gelände und probierte meinen Hund einzufangen. Willkommen in der Pubertät! In dieser Zeit hat sie gar nicht gehört. Und es gab nur noch Futter auf den Runden, wenn sie auf mein "Hier" hörte. So haben wir es auch wieder hin bekommen.

Neben einmal die Woche Hundeschule und Dummytraining haben wir dann noch Einzelstunden zum Thema Korrektur gemacht. Ich wollte den Traum von einem Hund, der in jeder Situation ohne Leine neben mir her laufen kann, egal bei welcher Ablenkung nicht aufgeben. Auch das hat geholfen, aber der Trieb kommt doch immer wieder mal durch.



Am Abend vor ihrem Wesenstest beim Labradorverband hat sie sich sozusagen in einen Tunnel geschnuppert und war nicht mehr ansprechbar. Ich ahnte schlimmes für den nächsten Tag. Aber siehe da. Auf dem Gelände mit Wildwuchs zeigte Lulu keinerlei Anzeichen für Jagdtrieb. Wir haben ein unglaubliche guten Wesenstest gemacht. Lulu ist sozusagen fast 100% Rasse typisch.


Als unkastrierte Hündin hat Lulu hormonelle Befindlichkeiten. Sie ist ein wahres Lämmlein während ihrer Läufigkeit und käme nicht auf die Idee meine Kommandos zu missachten oder gar jagen zu gehen. Kaum war die zweite Hitze passe, war auch das Gehorsam passe.

Es folgte ein weiterer peinlicher Tiefpunkt in meinem Leben als Lulus Besitzerin. In den frühen Morgenstunden jagte Lulu den Hasenspuren auf dem Friedhof hinterher. Hören auf meinen Rückruf? Nein, nicht die Bohne. Meine innerliche Panik ging mit äußerlichen Schweißausbrüchen einher. Gott sei Dank war niemand da. Außer zur moralischen Unterstützung meine Gassi-Freundin mit Hund und deren Freundin. Ihr Hund blieb auch brav bei ihr. Und nicht nur das, er maßregelte Lulu, als sie dann endlich zurück kam. Von mir gab es noch ein Donnerwetter obendrauf.

Ob es gewirkt hat, kann ich noch nicht sagen.

Lulus Jagdtrieb bleibt also weiter ein Thema für uns. Natürlich führe ich sie im Wald an der Leine und riskiere nicht, dass andere Tiere von ihr gestört werden. Ich würde mir es nie verzeihen, wenn durch sie ein Lebewesen zu schaden käme.



Meinen Traum von einer freilaufenden Lulu, die immer abrufbar ist, gebe ich noch nicht auf.

Ich befolge den Ratschlag meiner Trainerin, dass ich mit Lulu trainiere, dass sie gar nicht mehr den Weg durch Wald und Wiesen verlassen darf. Die ersten Maßnahmen haben schon ganz gut gewirkt. Lulu lernt nämlich sehr gut mit räumlichen Grenzen.


Alles in Allem kann ich mich aber über meine Zuckerschnute nicht beschweren.

Hauptsache sie sieht auf den Fotos gut aus, würde die Fotografin in mir sagen ;-)


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